„Gemeinden sparen durch Kooperation“ – Bürgermeister Stefan Bechthold (Fernwald) zu Gast bei der SPD Reiskirchen

Eingetragen bei: Allgemein | 0

Rund 30 Teilnehmer waren ins Bürgerhaus gekommen, um den Amtschef aus der Nachbargemeinde zu hören, den Manfred Schmitt bei seiner Begrüßung als „Finanzspezialisten“ vorgestellt hatte. 

Mit dem von Reinhard Strack-Schmalor vorgeschlagenen Thema „Haushalts-Sanierung ohne Steuererhöhung“ war dem Referenten eine ihm sehr vertraute Aufgabe gestellt worden – in der Erwartung, daß er mit seinen Erfahrungen in der interkommunalen Zusammenarbeit hierzu Lösungsansätze aufzeigen konnte. Die Gemeinden Fernwald, Pohlheim und Linden kooperieren inzwischen erfolgreich bei der Feuerwehr, dem Solarpark und der Versorgung mit schnellen Internet-Verbindungen. Sozialer Wohnungsbau und die aktuellen Probleme bei der Unterbringung der Flüchtlinge sind weitere Aufgaben, die die Zusammenarbeit von Kommunen nahelegen. Auch in der effektiveren Nutzung des Maschinenparks der Bauhöfe liegen Möglichkeiten, die die Haushalte der Gemeinden entlasten können. Dabei sind natürlich auch Einsparungen im Personalbereich denkbar. Bekanntlich werden Reiskirchener Standesamts-Angelegenheiten inzwischen in Lich bearbeitet. Fernwald , Pohlheim und Linden haben ihre drei Gemeindekassen – nach einigen Anpassungen der EDV-Systeme – auf eine Zentrale reduziert. Die Kooperationsprojekte der drei Gemeinden im Südkreis wurden auch bereits durch Auszeichnungen als beispielhafte Maßnahmen zur Kostendämpfung gewürdigt.

Bei all diesen Bemühungen ist natürlich immer wieder „Kirchturm-Denken“ zu überwinden d.h. das Klammern an lokalen Besitzständen und Gewohnheiten. „Kurze Wege“ vor Ort sind ein weiteres Argument gegen die kostengünstigere Bündelung der Aufgaben in eine Zentrale. Gemeinden, die „lokalpatriotisch“ diesen Weg des Sparens durch Kooperation nicht gehen wollen, müssen angesichts ihres chronischen Haushaltsdefizits an den üblichen Daumenschrauben drehen – etwa dem Grundsteuer-Hebesatz. Frank Arnold, als ehemaliger Amtsleiter in Reiskirchen und jetzt in Lich, bestens sachkundig, rechnete in diesem Bereich noch mit etlichen Zumutungen für die Bürger., die nur mit bedeutsamen Einsparungen zu vermeiden wären.

Armin Hofmann (Bersrod) sah in einer neuen Gebietsreform – i.S. einer Fusion von Gemeinden – einen Weg, um die Kommunen von Ausgaben zu entlasten.

Stefan Bechthold erinnerte in diesem Zusammenhang an die „Zweckverbände“ in denen Gemeinden schon seit Jahrzehnten kooperieren. Teilnehmer wiesen auch auf relativ kleine Kommunen im Kreis Gießen hin, für die eine Fusion sinnvoll sein könnte.

Hinterlasse einen Kommentar